Escrima steht, wie auch die Begriffe Arnis und Kali, für eine alte philippinische Kriegskunst und ist heute zugleich Sport und Selbstverteidigung. Typisch für das Escrima sind die wirbelnden, 60 bis 70 cm langen Rattan-Stöcke, die mit hoher Geschwindigkeit und großer Präzision geschlagen werden sowie zyklische Schlagfolgen (Sinawali) mit zwei Stöcken, die Fortgeschrittene ebenfalls sehr schnell ausführen.
Beim Escrima erlernt man zuerst den Umgang mit Waffen (Stock, Messer, Schwert u.a.) und danach waffenlose Verteidigungstechniken. Der Stock oder andere Gegenstände gelten als verlängerter Arm des Kämpfers, so dass eine Stocktechnik direkt auf die Verteidigungsmethoden mit bloßen Händen übertragen werden kann. Ein wichtiger Bestandteil ist die gekonnte Entwaffnung des Gegners. Sie muss nicht unbedingt mit einem Stock erfolgen, sondern kann auch auf andere Weise geschehen. Ein Stockkämpfer verwendet zu seiner Verteidigung die Gegenstände, die er gerade bei sich trägt, wie z.B. Regenschirm, Aktenmappe, Handtuch, Schal, eine zusammengerollte Zeitung u.a. oder er benutzt die bloßen Hände.
Escrima hat den Vorteil, dass es unabhängig von der körperlichen Konstitution und Stärke befähigt, sich effektiv zu verteidigen. Jedes Alter und beide Geschlechter haben die gleichen Chancen, Escrima zu erlernen. Das Training mit Stöcken ist als Ergänzung für Kämpfer anderer Stile sehr interessant, weil man Verteidigungsmöglichkeiten gegenüber Waffenangriffen lernt, bei denen der Verteidiger selbst keine Waffe besitzt.