{"id":44,"date":"2010-12-12T10:27:35","date_gmt":"2010-12-12T09:27:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wckf.de\/blog\/"},"modified":"2010-12-12T13:20:34","modified_gmt":"2010-12-12T12:20:34","slug":"die-welt-der-kampfkunst","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.wckf.de\/blog\/kampfkunst\/die-welt-der-kampfkunst\/","title":{"rendered":"Die Welt der Kampfkunst"},"content":{"rendered":"<p>Fast jeder Mensch ist fasziniert von Kampfkunstvorstellungen aus Fernost und den akrobatischen F\u00e4higkeiten der asiatischen Action-Schauspieler. Die meisten Beobachter sind beeindruckt von der K\u00f6rperbeherrschung der K\u00e4mpfer, denken aber diese Kunst zu erlernen sei ein langer und m\u00fchsamer Weg. K\u00f6nnen m\u00f6chte es wohl jeder, aber unser analytisches Denken erfasst schon in k\u00fcrzester Zeit wieviel Zeit, Geld und Energie wir einsetzen m\u00fcssen, um eine solche Kunst zu erlernen und welchen Nutzen wir andererseits aus diesen F\u00e4higkeiten ziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte die Selbstverteidigung sein. Das ist es aber nicht. Jede Waffe, jede \u00dcberzahl der Gegner, jeder mit letzter Entschlossenheit auf einen denkenden, empfindsamen nicht unter Drogen stehenden Menschen gef\u00fchrter Angriff machen eine Gegenwehr ohne Waffe und ohne dieselbe Entschlossenheit schwer m\u00f6glich. Eine Dose Pfefferspray kann in den meisten F\u00e4llen des Selbstschutzes besser helfen. Es ist dem Spray egal, wie gro\u00df der Gegner ist, wie viele Gegner es sind, wie schnell und stark sie sind. Auf den Knopf eines Sprays zu dr\u00fccken erfordert auch weniger Mut und Entschlossenheit, als eine Kampfstellung einzunehmen, die dem Angreifer signalisiert (evtl. auch reizt): ich bin bereit f\u00fcr eine Auseinandersetzung mit allen Konsequenzen.<\/p>\n<p>Auch der sportliche Aspekt k\u00f6nnte die Motivation f\u00fcr ein Kampfsporttraining sein. Aber ehrlich: der Besuch eines Fitnessstudios f\u00e4llt da leichter. Keine vorgeschriebene Trainingskleidung und keine Charakterpr\u00fcfung mit der Erfahrung von Niederlagen. Nicht zuletzt ist das k\u00f6rperliche Workout in einem Fitness Studio auch effektiver. Alle Kampfsportprofis trainieren deswegen zus\u00e4tzlich mit Gewichten oder setzen andere leistungssteigernde Methoden aus dem Fitnessbereich ein.<\/p>\n<p>Was also macht das Erlernen einer Kampfkunst in der heutigen Zeit, und dazu noch im Westen, attraktiv?<\/p>\n<p>Es ist sehr wahrscheinlich die Suche nach etwas, das wir alle in seiner Existenz vermuten und f\u00fchlen, aber noch nicht gefunden haben. Wie von F\u00e4higkeiten, von denen uns unser Gef\u00fchl sagt, dass wir sie besitzen, die aber niemand erkennt oder haben will, trennt uns alle etwas von uns selbst.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich ruht ein Mensch, der eine Kampfsportschule besuchen m\u00f6chte, nicht gerade in sich selbst. Und er m\u00f6chte jetzt gerade etwas f\u00fcr diese noch nicht gefundene Harmonie tun. Deswegen ist er in eine Kampfschule gegangen und nicht in ein Fitness Studio. Und deswegen wei\u00df er auch: keine Spraydose vermittelt jene Kraft zur Gelassenheit, die altes, \u00fcberliefertes Wissen \u00fcber das Leben und Sterben erfahren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Kampfkunst als Suche nach dem Pfad mehr Gl\u00fcck zu empfinden, um so mit einigen Ursachen des Leidens, wie Niederlagen und Krankheit, \u00c4lterwerden und Sterben, anders umgehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein Buch hier\u00fcber zu lesen, hei\u00dft Wissen speichern. Im Gehirn werden so Regionen beansprucht, die im besten Fall etwas wiederholen k\u00f6nnten. K\u00e4mpfen zu lernen, hei\u00dft Erfahrungen zu machen durch emotionales Erleben. So werden Teile des Gehirns trainiert, die sich selten in Ihrer sp\u00e4teren Abrufung t\u00e4uschen lassen. Jeder wei\u00df wie eine Rose riecht. Kein Buch der Erde kann uns diesen Duft erleben lassen. Eine Rose an ihrem Geruch wiederzuerkennen, setzt dieselben geistigen Vorg\u00e4nge voraus, wie die \u00dcbertragung der Strategien des Kampfes auf Lebenssituationen, die nicht mit der k\u00f6rperlichen Auseinandersetzung zu tun haben. Das ist der wahre Gewinn in dem Erlernen einer Kampfkunst. Daher sollte es dem Suchenden vor allen Dingen darum gehen, einen Meister zu finden, der diesen Wert zu sch\u00e4tzen wei\u00df. An der Auspr\u00e4gung der Ichbezogenheit der Lehrer ist leicht zu erkennen, ob ein Lehrer ein Lehrer ist, oder selbst noch ein Suchender.<\/p>\n<p>Sifu Christoph Hauch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast jeder Mensch ist fasziniert von Kampfkunstvorstellungen aus Fernost und den akrobatischen F\u00e4higkeiten der asiatischen Action-Schauspieler. Die meisten Beobachter sind beeindruckt von der K\u00f6rperbeherrschung der K\u00e4mpfer, denken aber diese Kunst zu erlernen sei ein langer und m\u00fchsamer Weg. 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