Jugendtraining

Unser Trainingskonzept ist für Jugendliche bestimmt, die aus sozial schwierigen Verhältnissen stammen, von Arbeitslosigkeit betroffen sind, dem Leben perspektivlos gegenüber stehen und aus gesellschaftlichen Randgruppen entstammen. Die Summe dieser Faktoren bedingt, dass viele dieser Jugendlichen frustriert sind und durch ihr aggressives Verhalten auffallen. Sie verhalten sich destruktiv und reagieren aggressiv gegenüber anderen Personen, fremdem Besitz und sich selbst. Außerdem verfügen diese Jugendlichen meist über keine eigenen Problemlösungsmechanismen.

Die meisten jugendlichen Menschen sind in der Lage, Mechanismen zum Aggressionsabbau zu erlernen, was dazu führt, dass Aggressionen in positive Energie umgewandelt werden. Ein solcher Weg des Aggressionsabbaus wurde von Pädagogen und Kampfkünstlern in Gießen entwickelt und wird schon seit längerer Zeit erfolgreich begangen.

Das Training ist präventiv und setzt nicht erst dann an, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Verhindert werden soll, dass Jugendliche, die keinen Weg aus ihrem Aggressionsverhalten finden, sich dem Mittel der Gewalt und des Drogenkonsums bedienen.

Früher wurde in den meisten buddhistischen Klöstern Kampfkunst betrieben. Durch das Erlernen von Techniken der nachweislich friedlichen Mönche in buddhistischen Klöstern – sie essen kein Fleisch, um kein Tier zu töten – bekommen die Jugendlichen immer auch etwas von den kulturellen Werten dieser Menschen vermittelt.

Diese Philosophien, aber auch Strategien und Techniken unserer Kampfkunst, sind auf das tägliche Leben der Jugendlichen übertragbar und eignen sich in ihrem körperlichen Erleben besonders für Jugendliche. Die Trainingsteilnehmer profitieren von unserem Anti – Gewalttraining also nicht nur in der Trainingssituation, sondern sie können die hier gelernten Inhalte auf ihr eigenes Leben anwenden. Bei unserem Training legen wir sehr großen Wert auf die Schulung der Wahrnehmung. Durch gezielte Gefühlsschulungen lernen die Teilnehmer, ihr Gegenüber in seinen Handlungen und Taten wahrzunehmen. Sie lernen, dass andere Menschen auf ihr eigenes Verhalten reagieren, und sie verstehen, dass ihr Verhalten sich im Verhalten ihres Gegenübers widerspiegelt. Ein Lernziel ist das Erkennen des Tun – Ergehen – Zusammenhangs: Ich bin das Ergebnis meiner Taten.

Gefühlsübungen messen wir große Bedeutung zu. Fühlen lernen ist für viele dieser Jugendlichen sehr wichtig, kein Mitgefühl ohne Gefühl. Im Antigewalt-Training lernen die Trainingsteilnehmer durch gezielte Übungen nachzugeben und werden lockerer und entspannter.

Mit Hilfe von anderen Übungen wird das Vertrauen zu anderen Menschen geschult. Viele aggressive Jugendliche sind nicht in der Lage, einem anderen Menschen zu vertrauen und vermuten hinter allen seinen Handlungen eine Bedrohung für sie selbst.

Aus der Philosophie unserer Kampfkunst geht auch hervor, dass wenn der Geist den Körper zum Besseren beeinflussen kann, der Körper seinerseits auch den Geist beeinflussen kann, das Richtige zu tun. Aus diesem Verständnis heraus ist unser Training anfangs eher körperorientiert mit einzelnen verbalen Phasen. In dieser Zeit finden wir einen Zugang zu den Trainingsteilnehmern und verfügen über eine Sprache mit deren Hilfe wir mit ihnen kommunizieren können. Später nimmt der verbale Anteil des Trainings zu und die Jugendlichen erkennen die Sprache als ein wertvolles Element zur Konfliktbewältigung an.

In diesem Teil des Trainings kommt es zu Rollenspielen und zur Reflexion des eigenen Verhaltens. Die Jugendlichen lernen, in kritischen Situationen ruhig zu bleiben und bei Provokationen nicht so zu reagieren, wie es ihr Gegenüber durch sein provozierendes Verhalten erreichen wollte.